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Warum die Harmonie von Mann und Frau wichtiger ist denn je - und wie männliche und weibliche Energie darin wirkt

Hände von Mann und Frau berühren sich

Ich bin ein Kind der 70er. Frau ist zuhause, Mann geht arbeiten, Frau kümmert sich um die Kinder, Haushalt, Mann hackt Holz und bringt das Geld nachhause. Das änderte sich allerdings irgendwann und auch die Mütter begannen zu arbeiten. Und schon folgten die Jahre der Frauenrechtlerinnen. Emanzipation nannte man das Zauberwort.

Aber ich will gar nicht in der Geschichte hängen. Denn noch heute gibt es Firmen, die den Frauen weniger Geld zahlen, als einem Mann in der selben Position. Ich war viele Jahre als Personalerin tätig und habe einige Geschichten erlebt, die ich einfach nicht verstanden habe warum sie so sind. Aber ich verstehe viele Dinge, die in der Matrix als "normal" geschehen, nicht wirklich.


Eine Kollegin aus dem Controlling trat an mich heran. "Du, ich weiß, Du darfst darüber nicht reden. Aber jetzt mal ernsthaft - halten die mich für blöd? Wir sind zwei Controller. Beide 35. Beide dasselbe Studium. Ich bin seit 2 Jahren, er seit 1 Jahr in der Firma. Im Controlling taucht ein Punkt Personalkosten auf für unsere Abteilung. Wenn ich meinen Betrag da abziehe, bleibt da ja noch ne Menge übrig. Wenn ich also 3.000 Euro verdiene, hat er mindest 4.000 Euro." Natürlich durfte ich nichts sagen, das brauchte ich auch nicht. Sie wollte einfach nur Luft ablassen. Sie ging dann direkt mit mutigem Schritt zur Geschäftsleitung und forderte eine Gehaltserhöhung. Die bekam sie auch und war zufrieden. Bis die nächste Zahl aus den Personalkosten ins Controlling wanderte. Sie bekam nun 3.500 Euro. Er war nun auf 5.000 Euro gestiegen. Kannste Dir nicht ausdenken! Das Problem der fairen Gehälter besteht allerdings nicht nur zwischen Mann und Frau. Aber das ist heute nicht mein Thema.


Natürlich macht uns das wütend und wir verstehen so etwas nicht. So oft ist die Welt unfair, treibt uns auseinander und spaltet uns. Wenn wir aber mal einen Meter zurück treten und uns die Sache aus einer anderen Position betrachten, verstehen wir, dass alles genau aus diesem Zweck passiert: Um die Menschen auseinander zu treiben. In diesem Fall insbesondere Mann und Frau. Der eine ist besser und wichtiger, als die andere.


Wenn man die News und die Welt beobachtet, wird das immer deutlicher. Und wenn man den Menschen zuhört, weiß man, dass es gewirkt hat. Mann schimpft auf Frau, Frau schimpft auf Mann. Klar, das ist nicht immer so aber in den letzten zwei Jahren, seit ich selbst wieder in einer Beziehung bin, scheint das um mich herum nochmal intensiver zu werden. Die Männer haben ihre Rollen verloren, genauso wie die Frauen. Dazu kommen Männer die aussehen wie Frauen, Frauen die sich benehmen wie Männer, oder andere, bei denen man nicht einmal mehr weiß ob es jetzt ein Mann oder eine Frau ist oder doch ein Mannfrau. Aber lassen wir das.


Dazu schießen Kurse aus dem Boden "Werde wieder zu einem richtigen Mann" und "Ganz Mann sein". Auf der anderen Seite "Werde erfolgreiche Businessfrau" und "Finde Deine Kreativität und Sexualität als Frau wieder". Ich sehe immer wieder diese Trennung zwischen den Geschlechtern, auf ihrer Suche nach ihrer wahren Kraft.

In meine Coachings sind in den letzten Jahren mehr Frauen, als Männer gekommen. Zudem viele Frauen in langjährigen Beziehungen oder Ehen. Und in vielen Coachings ging es darum, dass die Frauen nicht in ihre Kraft kommen könnten, weil der Mann sie daran hindern würde. Der Mann wäre stehen geblieben, verändere sich nicht, sei kein Mann mehr und es gibt nur einen Ausweg: Ihn zu verlassen.


Fun Fact: Jede einzelne Frau ist noch mit ihrem Mann zusammen. Auch Jahre nach dem Coaching noch. Weil ich nie den Fokus auf Trennung legte. (Es sei denn die Frau wollte es so, oder es handelte sich um Männer, die es nicht wert sind! Das muss man differenzieren, denn Missbrauch, auf egal welche Art, ist nicht duldbar!)

Aber zurück zu den Frauen in ihren unglücklichen Ehen mit "richtigen" Männern. Weil es nie um den Mann ansich ging. Sondern darum, dass die Frau endlich wieder FRAU wird und den Mann zum MANN werden lässt. Viele Frauen rutschen in langen Beziehungen unbewusst in Rollen hinein, die ihnen gar nicht gehören: Mutter, Therapeutin, dauerhafte Trösterin. Und viele Männer verlieren gleichzeitig ihre eigene Stärke, weil sie sich von dieser Dynamik abhängig fühlen. Es ist kein Fehler der Frau - und keiner des Mannes. Es ist ein gemeinsames Muster, das entsteht, wenn beide sich selbst aus den Augen verlieren.


ABER: Die führende, nährende Kraft ist die Frau und ihre wundervolle schöpferische, kreative Energie. Der Mann folgt ihr. Manchmal sogar egal wohin.


Wenn die Frau endlich wieder weich wird - verletzlich, aber stark, selbstfürsorglich statt die Mutter-Therapeuten-Rolle zu übernehmen, sich selbst wieder sucht, wird der Mann wieder stark und stärker. Beschützerisch, emotional stabil und sorgt für Sicherheit und Geborgenheit, und kann sich selbst wieder finden. "Ich muss ihm aber doch ständig sagen..." - "Nein, musst Du nicht! Du bist nicht seine Mutter!"

Viele streiten wie Teenager, viele leben ihr eigenes Zuhause mit ihren Geschwistern oder das ihrer Eltern in ihrem eigenen Beziehungsleben aus. Alte Muster.


Der Knackpunkt zu meinem Gedanken Mann und Frau können nur zusammen heilen kam dann nach einem Interview im Rahmen einer Coachingidee einer Kollegin. Sie fragte mich nach meiner Meinung zu ihrer Idee, Frauen zu coachen, damit sie in ihrer Beziehung wieder stark werden und sich gegenüber dem Mann behaupten können. Ich erzählte ihr von meiner Beziehung mit Marc, unseren Problemen und unseren Gemeinsamkeiten. Wie wir fallen und wie wir wachsen. Dass Kommunikation eigentlich unsere größte Stärke ist, aber in Streits manchmal unser Hauptproblem war. Nicht streiten zu können. Dieses Interview wurde zu einer Win-Win-Situation. Sie gab mir Tips, wie ich unsere Streit-Kultur verbessern kann. Der Tip zum Verbessern ihres Coaching-Ansatzes kam von Marc, dem ich all das erzählte.

"Na klasse, warum coacht man eine Frau um sich gegen den Mann zu behaupten, um eine Beziehung zu retten? Wenn ich als Mann mitbekäme, dass meine Frau ein Coaching macht um sich gegen mich zu behaupten, würde ich ja gleich in Abwehrreaktion gehen. Wenn sie nichts erzählt, fühlt das doch der Mann. Das nährt doch Misstrauen. Warum wählt man so einen Ansatz? Warum führt man nicht Mann und Frau zusammen?"

Sie stellte ihre Coaching-Idee direkt um. Diesen Ansatz hatte sie nicht bedacht.


Ich möchte nicht die getrennten Kurse für Männer und die für Frauen kritisieren oder als falsch deklarieren. Und ich rede auch nicht nur von Beziehungskursen. Denn es gibt so viele Singles da draußen, die dann ziemlich verloren wären und sich auch so fühlen. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir alle viel mehr Mann und Frau mit einbeziehen sollten. Beziehungen gibt es nicht nur auf Liebesebene, sondern auch freundschaftlich. Bitte versteht mich auch nicht falsch, wenn es um homosexuelle Paare geht. Auch hier findet jeder seine Rolle in einem eher männlichen oder eher weiblichen Part. Die Balance gibt dort den ausschlaggebenden Punkt. Wir alle haben männliche und weibliche Energien in uns, dennoch haben wir unterschiedliche Chromosomen und Biologie, unterschiedliche Eigenschaften, Energien und Zellen. Die gilt es in Einklang miteinander zu bringen.


Jahrelang musste ich meinen Mann stehen, weil ich alleinerziehend war und der Vater sich nicht kümmerte. Marc musste jahrelang als Mann zusätzlich eine Mutterrolle ausfüllen, weil er in einer Ehe war, in der er das Gefühl hatte der einzige Erwachsene zu sein. Als wir uns kennen lernten, waren wir die ersten beiden Jahre damit beschäftigt mehrere Phasen zu durchlaufen: Wer und was bin ich in unserer Beziehung? Mann, Frau, Expartner, Kind, Mutter, Vater, Alphatier oder Betazentaurier. Wir kämpften hart darum, unsere neuen Rollen zu finden, da wir in all den Jahren uns selbst verloren hatten und nicht mehr wirklich wussten, wer wir in einer Beziehung überhaupt sind oder sein sollen. Und was wollen wir überhaupt? Unsere Liebe ging durch viele Täler, aber letzendlich ist sie daran gewachsen.


Umso wichtiger wird meine Erkenntnis, dass wir unbedingt immer weiter daran arbeiten sollten, eine Balance zwischen Mann & Frau zu erschaffen, zu halten und zu kultivieren. Jeder von uns ist daran mitverantwortlich. Hier geht es nicht darum, dass der Mann besser ist als die Frau oder umgekehrt. Und es geht auch nicht um Emanzipation. Es geht darum unsere Stärken und Schwächen zu kennen und uns nicht gegenseitig auszuspielen, sondern die Stärken des anderen zu ergänzen und die Schwächen zu beschützen.


Am Ende geht es nicht darum, wer "mehr Recht" hat, wer stärker sein sollte oder welches Geschlecht die Welt rettet. Es geht darum, dass wir uns wieder erinnern:


Mann und Frau sind kein Gegensatz - sie sind ein Team.


Wenn wir lernen, die Unterschiede zu ehren, statt zu bekämpfen, ändert sich alles. Dann entsteht eine Kraft, die wir weder in Einzelkursen noch in getrennten Rollen finden können:


Die Kraft der Verbindung.


Und vielleicht ist genau das die Heilung, nach der wir alle suchen.




1 Kommentar


Sandra-Schettler
Sandra-Schettler
08. Dez. 2025

"Wir sind ein Team" genau diese Worte, sagen mein Mann und ich uns auch immer :)

Besonders in den letzten Jahren die so stürmisch, herausfordernd und vieles abverlangt haben, war das unser Mantra. Es ist schön deine Worte/ Gedanken zu lesen Kate und kann das für uns nur bestätigen.

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