Warum die Reise zurück zu dir selbst oft so schwer ist
- Kate Bono

- 4. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Es klingt so einfach: Finde zu dir selbst zurück.
Als wäre da irgendwo ein klarer Weg, den man nur gehen müsste.
Doch in Wahrheit ist diese Reise oft eine der schwersten überhaupt.
Warum?
Weil wir selten alleine unterwegs sind.
Wir leben in Beziehungen, in Gruppen, in Familien, in Freundschaften. Wir bewegen uns ständig zwischen den Bedürfnissen anderer Menschen und unseren eigenen. Zwischen Stimmungen, Erwartungen, Dynamiken und unausgesprochenen Regeln.
Da ist dein Rhythmus.
Und da is der Rhytmus anderer.
Deine Gefühle.
Und die Gefühle anderer.
Deine Wahrheit. Deine Sichtweise. Deine Gedanken.
Und das, was alle anderen davon halten könnten.
Wenn Rücksicht zur Selbstaufgabe wird.
Viele feinfühlige Menschen kennen das:
Sie spüren schnell, wie es anderen geht.
Sie wollen Harmonie herstellen.
Sie möchten, dass es allen gut geht.
Sie heben die Energie im Raum an, gleichen Spannungen aus, tragen oft mehr mit, als jemand sieht.
Das wirkt liebevoll - und ist es oft auch.
Doch wenn man ständig versucht, andere glücklich zu machen, verliert man irgendwann den Kontakt zu sich selbst.
Man merkt erst spät:
Ich komme zu kurz.
Ich bin erschöpft.
Ich richte mich nur noch nach außen.
Ich trage Dinge, die gar nicht meine sind.
Und wo bleibe ich? Und wer schaut nach mir?
Man fällt leicht ins Selbstmitleid. Oder gerät in Wut.
Warum erlauben die sich das alles, aber ich kann das nicht für mich?
Warum scheinen andere egoistisch und warum macht mich das wütend?
Warum es so anstrengend wird?
Die Wahrheit ist unbequem.
Es ist nicht deine Aufgabe, jede Stimmung zu retten.
Nicht deine Aufgabe, jede schlechte Laune aufzufangen.
Nicht deine Aufgabe, jede Gruppe zusammenzuhalten.
Manche Menschen wollen gar keine Veränderung.
Manche hängen an ihrer Negativität.
Manche nehmen Energie, ohne je selbst Verantwortung zu übernehmen.
Und genau dort beginnt oft die Erschöpfung.
Der Wunsch, einfach nur abzuhaun.
Wenn man zu lange zu viel getragen hat, kommt oft ein Gedanke:
Ich will nur alleine sein.
Nicht aus Kälte. Nicht weil man Menschen hasst.
Sondern weil man Ruhe will.
Keine Launen anderer mehr.
Kein Anpassen mehr.
Kein inneres Dauer-Scannen, wie es allen geht.
Einfach sein.
Das ist manchmal kein Rückzug - sondern Heilung.
Vielleicht geht es bei der Reise Zurück zu Dir nicht ums Finden.
Vielleicht geht es nicht darum, jemand Neues zu werden.
Vielleicht geht es darum:
weniger Fremdes zu tragen
weniger Rollen zu spielen
weniger ständig zu reagieren
weniger Verantwortung für andere zu übernehmen
Und stattdessen wieder zu fragen:
Wie geht es eigentlich mir?
Was brauche ich gerade?
Wo verrate ich mich selbst, um dazuzugehören?
Das ist der Beginn der Reise zurück zu dir!
Nicht in der Einsamtkeit, nicht im Alleinsein und nicht im Rückzug. Sondern genau da wo du bist - wo es laut ist, wo andere schwierig zu sein scheinen, wo du das Gefühl hast, zurückstecken zu müssen.
Die Reise zurück zu dir selbst ist schwer,
weil du beginnst dich selbst wichtiger zu nehmen - und man dir beigebracht hat, das wäre egoistisch.
weil du aus der Vermeidung raus musst - das Vermeiden von Konflikten. Angst vor Verlust und der Angst, plötzlich alleine zu sein, wenn es kracht.
Und weil du dich nicht nur selbst finden musst - sondern dich gleichzeitig aus vielem lösen darfst, das nie wirklich deins war.
Und das braucht Mut.
Aber vielleicht beginnt genau dort echte Freiheit.
Nicht Aushalten - sondern raushalten.
Dich auf dich besinnen. Tief atmen.
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